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Produktfälscher auf dem Vormarsch

Von Spielzeug bis Schmerztabletten: Europäische Zollfahnder ziehen immer mehr Fälschungen von Alltagsgegenständen aus dem Verkehr - ein aktueller Artikel von Spiegel Online (22.07.2010)

Von Spielzeug bis Schmerztabletten: Europäische Zollfahnder ziehen immer mehr Fälschungen von Alltagsgegenständen aus dem Verkehr. Vor allem gefälschte Medikamente wurden im vergangenen Jahr zuhauf sichergestellt - die Zahl der nachgemachten Arzneimittel stieg um rund 30 Prozent.

Europas Zollfahnder finden immer häufiger Fälschungen alltäglicher Gebrauchsgegenstände. So wurde im vergangenen Jahr eine Rekordzahl gefälschter Medikamente sichergestellt. Rund 11,5 Millionen nachgemachte Arzneimittel gingen den Fahndern ins Netz, teilte die EU-Kommission mit. Das waren rund 30 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Auch die Zahl anderer gefälschter Alltagsprodukte wie Spielzeuge und Nahrungsmittel nahm zu. Machten früher vor allem Luxus-Plagiate wie Parfum oder Edel-Handtaschen hiesigen Herstellern das Leben schwer, sind mittlerweile solche Waren im Visier der Fälscher, die die Verbraucher gesundheitlich besonders gefährden können, warnte die Kommission.

"Gefälschte Produkte können die Gesundheit und Sicherheit der Verbraucher ernsthaft gefährden und legal arbeitende Unternehmen benachteiligen", warnte EU-Zollkommissar Algirdas Šemeta. Mit fast zwei Dritteln stammten wie üblich die meisten Produkte aus China. Gefälschte Medikamente kommen zumeist aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. In mehr als 77 Prozent der Fälle seien die Waren vernichtet oder Gerichtsverfahren eingeleitet worden.

Insgesamt beschlagnahmten die Zollbehörden der 27 Mitgliedstaaten im Jahr 2009 an den EU-Außengrenzen 118 Millionen Güter mit dem Verdacht, dass es sich um Plagiate handeln könnte, hieß es in dem Jahresbericht der EU-Kommission. Fünf Millionen davon wurden in Deutschland gefunden. In erster Linie handelte es sich um Zigaretten (19 Prozent), danach folgten andere Tabakwaren (16 Prozent), Markenartikel (13 Prozent) und eben Arzneien (10 Prozent).

Vor allem wegen der Wirtschaftskrise sei die Gesamtzahl der Produktfälschungen jedoch erstmals seit zehn Jahren zurückgegangen. Letztes Jahr waren es rund ein Drittel weniger als 2008. Vor allem gefälschte CDs und DVDs wurden deutlich seltener beschlagnahmt. Kommissionsmitarbeiter warnten aber, trotz alledem "blüht das Geschäftsmodell der Fälscherei, kein Nischenmarkt bleibt unberührt". (Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,707983,00.html#ref=rss, vom 22.07.2010)

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